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Gedankensprünge
alltag15 Jan 2010 11:22 pm

14.01.10: Haushaltskram

4 Wochen in meinen neuen 4 Wänden: heut an meinem freien Tag hatt ich mir putzen und waschen vorgenommen. An sich keine Schwierigkeit … und doch herausfordernd:

die Waschmaschine im Keller funktioniert nur mit 50-Cent-Münzen, was ich feststellte, als ich mir von ner anderen Hausbewohnerin die Tricks und Tücken im Umgang mit diesem technischen Gerät erklären lies. Da ich nicht genügend Münzen des erforderlichen Werts in meinem Rucksack, Portemonnaie und Jackentaschen auftreiben konnte (und dabei waren nur insgesamt 2 erforderlich), zog ich gezwungenermaßen noch mal durch die Straßen Norderneys, um nach 18 Uhr noch ein geöffnetes Geschäft zu finden, um mir dort besagte Münzen zu organisieren – immer in der Hoffnung, dass in der Zwischenzeit niemand sonst die Waschmaschine in Beschlag nehmen würde. Der Zeitungskiosk war meine Rettung – wahrscheinlich die einzige Adresse, die im Umkreis von einem Kilometer überhaupt als Anlaufstelle in Betracht kam. Wechseln erwies sich als unmöglich, so erwarb ich denn mal schnell noch eine Postkarte und nun überleg ich, wessen Briefkasten ich damit vorm Verhungern bewahren kann. Der zweite Teil meiner Waschsession bestand in der Austüftelung der Konstruktion, die Wäscheleine in meinem Bad so zu spannen, dass genügend Platz für das Aufhängen der Wäsche zur Verfügung steht und trotzdem mein Bad noch benutzbar bleibt. Bin stolz auf meinen Erfolg *g*

11.01.10: draußen und drinnen

draußen fegt der eiskalte Ostwind über den Strand. Vorgestern hab ich schon nach 100m aufgegeben – auch wenn ein verschneiter Strand und Schneewehen auf der Strandpromenade hier Seltenheitswert haben. 4 Wochen bin ich jetzt schon fast hier und so langsam kommt Alltag auf. Wenn ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun habe, genieß ich die Einsamkeit der Nachtspaziergänge am Meer im Winter.

Gebetsspaziergänge. Weiter Blick übers Meer. Die Unendlichkeit des Horizonts. Die Unendlichkeit Gottes.

Nirgends sonst erscheint mir Gottes Wesen greifbarer als in der Natur – greifbar in endlicher Begrenztheit.

Jetzt sitz ich Zuhause. Drinnen. Mein Laptop spielt karibische Musik. Gute Laune macht sich breit. Ich hab heut frei. Meine Gedanken schweifen durch den Tag, der sich dem Ende neigt. Und ein Schmunzeln macht sich auf meinem Gesicht breit. Mal wieder von Gottes Humor überrascht. Und wie er versorgt. Und von seinem Timing. Ich die Tage noch darüber nachgedacht, was ich unbedingt noch brauch: ein Pürierstab und ´nen Mixer, damit ich ordentlich kochen kann. Wichtig Bemerkung: hier auf’er Insel gibt es die meisten Sachen nur nobel überteuert oder sie sind nicht zu bekommen. Aber was entdeck ich heut beim Essen einkaufen: genau das in ’nem Kombigerät im Angebot – also ganz praktisch für wenig Platz. Freu ich mich drüber. Ja genau, so was macht gute Laune. Und: Gott ist gut.

alltag and nachgedacht06 Jan 2010 12:03 am

28.12.09

die Sonne kitzelt im Gesicht … ich sitz gemütlich auf der Couch und schau auf die mittlerweile schneelose Straße vor meinem Balkon … die Weihnachtsfeiertage sind vorbei … ich hab sie mit arbeiten verbracht … so hatt ich immer noch mehr weihnachtliches Ambiente als allein in meinen eigenen 4 Wänden …

das neue Jahr steht vor der Tür … Anlass zurück zu schauen und nach vorn zu träumen und zu planen … Wünsche, Hoffnungen … Befürchtungen, Ängste … all das gehört zum Leben … und die Gewissheit, dass Jesus immer da ist … reich gesegnet … bedingungslos geliebt … schon so zur Gewohnheit geworden, oft kaum noch präsent … oder noch nicht im Herz angekommen

schon fast 2 Wochen hier … so viel vorgenommen … fast nix geschafft … und trotzdem zufrieden … Zufriedenheit – so abhängig vom Blickwinkel … in den letzten Tagen sind mir einige Menschen begegnet, die genug von dem haben, was ein Mensch braucht, und trotzdem so unzufrieden, mürrisch, ja fast schon verbittert sind, dass ich mich frage, ob sie sich bewusst sind, wie reich sie gesegnet sind … das macht mich traurig, macht aber auch deutlich, wie wenig Zufriedenheit vom Geld abhängt … der Blickwinkel … auf was seh ich? … was lässt mich unzufrieden werden? … lass ich mir Unzufriedenheit einreden? …

ich warte immer noch auf Internet Zuhause … wird wohl noch etwas dauern … das nervt mich … aber auf der anderen Seite hab ich so noch Schonzeit …

morgen hab ich frei. Das passt gut, denn mein Bruder kommt zu Besuch und so kann ich ihn am Hafen abholen … das ist besser als jede Wegbeschreibung … überhaupt find ich es schön, wenn man am Hafen Leute erwartet

aber irgendwie fühl ich mich nicht wirklich wie auf einer Insel … die Fährverbindung ist so gut, der Übergang zur und von der Fähre so gut, dass ich es innerlich oft gar nicht mitbekomme

Gott ist gut …

Auf’er Insel gibt es keinen Bioladen, Reformhaus etc. Paar einzelne Sachen gibt’s im Supermarkt (was mensch auch immer davon halten will). Doch über mangelnde Versorgung kann ich mich nicht beklagen: gestern hab ich von nem Gast eine Tafel leckerer Bioschoki (noch dazu einer meiner Lieblingssorten) geschenkt bekommen

Bei so vielen wohlhabenden Leuten, die auf ihre Gesundheit achten, wundert es mich echt, dass hier die Bio-Sachen noch nicht Fuß fassen konnten

01.01.10

Jahreswechsel … alleine an nem neuen Ort und trotzdem hatt ich nen netten Abend … gute Laune schien die Straßen zu füllen – das steckt irgendwie an … eiskalter Ostwind, der jeden Gesichtsmuskel steif werden lässt … so dass jedes Wort enorme Anstrengungen erfordert … das neue Jahr auf einem der höchsten Häuser Norderneys begrüßt (das Hotel in dem ich arbeite) – die ganze Insel mit ihren Variationen an Feuerwerken im Blick und am Horizont die Lichtblitze und Leuchtspuren von Feuerwerksraketen der Nachbarinseln und vom Festland – dazwischen die tiefschwarze und endlich mal nicht ruhige Nordsee … Wellen sind toll … bisher hab ich davon hier noch wenige gesehen

Draußen lässt das Krachen und Zischen der Böller, Raketen und übrigen Sylvesterknaller langsam nach … es ist fast eins … ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir … und als wär es Tage her: heut morgen ist mein Bruder nach einem 3-Tages-Besuch wieder zurück aufs Festland … Vorsätze, Vorhaben, Pläne fürs neue Jahr … darüber mach ich mir morgen (also nach dem Aufstehen) oder auch erst in den nächsten Tagen (oder vielleicht auch erst Wochen) Gedanken … dafür bin ich jetzt zu müde

05.01.10

2 freie Tage liegen hinter mir, die ich nur mit Schlafen, Fernsehen und Nichtstun verbracht hab. An sich nicht verwerflich, aber wenn ich nix zu tun hab, komm ich schnell ins Grübeln und Kopfkino lässt grüßen …

Ich vermiss es, mal eben ins Internet zu können. In der Vergangenheit lief fast meine ganze Kommunikation so ziemlich ausschließlich über Internet. So ist es denn jetzt auch nicht verwunderlich, dass ich seit ich hier bin, nur einen einzigen Anruf hatte … ich hab also keine Ahnung, wie es den Leuten „da draußen“ geht

Mich wundert echt, dass Leute hierherkommen, weil das Klima hier angeblich gut für die Haut sein soll – meine ist nach 2 Wochen hiersein total spröde uns rissig, so schlimm wie lange schon nicht mehr. Da hätt ich gern mal ne Erklärung für!

alltag26 Dez 2009 02:54 pm

gesammelte Gedanken …

17.12.09

Mit gigantisch schwerem Gepäck und Schneechaos bin ich Mittwoch Abend auf der Insel eingetroffen. Mein Koffer fungierte gelegentlich als Schneeschieber durch die ca. 20cm Neuschnee. Wahrscheinlich auch deshalb sind meine Hände überseht von Blasen und der Muskelkater schmerzt in den Armen. Trotz scheinbar unendlich vieler Treppen und 5mal Umsteigen bin ich gut angekommen.

Nach einer guten Nacht Schlaf und einem reichhaltigen Frühstück brachte mich ein unglaublich mürrischer Taxifahrer durch von Schnee gefährlich glatte Straßen zum Appartmenthaus der Angestellten, begleitet von einer zukünftigen Kollegin. Der Eindruck meines kleinen Appartments (ein ehemaliges Hotelzimmer) ist im großen und ganzen bewohnbar – die farbliche Gestaltung grauenvoll, dafür aber mit Balkon und Bäumen (!!! – die gibt es doch auf der Insel) davor. Ein eigener Kühlschrank, 2 Elektoplatten und eine Spüle bilden meine kleine Küche. Eine gewisse Ausstattung an Geschirr und Küchenutensilien sind sogar vorhanden. Das Bad ist relativ geräumig, wenn auch Dusche und der übrige Fußboden eins sind. Seit ich hier angekommen bin, versuche ich die Möbel so zu arrangieren, dass es wohnlich wird – dabei frag ich mich schon seit mittlerweile fast 2 Stunden, wo ich mit dem 2.Bett hinsoll. Wer weiß, ob mir irgendwann mal jemand die Frage wird beantworten können, warum in einem 1-Person-Appartment 2 Betten stehen? Für den Anfang wird der Coachtisch als Schreibtisch herhalten müssen. Der Fernseher wird wohl bald im Schrank verschwinden und die Bilder an der Wand müssen weichen (spießig stillose Reprints irgendwelcher Gemälde und noch dazu von schlechter Qualität).

Gerade hab ich das erste Mal Besuch: eine Amsel landet auf dem Balkongeländer vor meinem Fenster und ich frag mich, wie lange es dauern wird, bis mir meine Etagen-Nachbarn über den Weg laufen. Oder ich werd einfach mal klopfen gehen in den nächsten Wochen.

Das Fazit meiner neuen Bleibe – sauber (bis auf ein paar Flecken auf dem Teppichboden), funktional, aber wenig gemütlich und das schlimmste: daran lässt sich wenig machen. Kann ich nur hoffen, dass ich mich schnell dran gewöhne.

Ich vermiss jetzt schon mein Zimmer in meiner alten WG!!!

Und es wird noch ein paar Tage dauern, bis ich realisiert habe, dass das hier jetzt für länger ist. Im Moment fühlt es sich noch so an wie ein paar Wochen und dann bin ich wieder in meinem alten Leben in Görlitz. Fragen kreisen: war es die richtige Entscheidung, hierher zu gehen? werd ich es die Zeit aushalten, die ich mir vorgenommen habe? wie lange wird es dauern, bis ich mich hier eingelebt habe? wie werd ich meine freie Zeit totschlagen können?

So, jetzt gilt es meine Sachen fertig auszupacken und dann mach ich den Strand unsicher – Schnee am Meer hab ich noch nie erlebt und da das nicht zu häufig vorkommt, werd ich die Gelegenheit nutzen.

26.12.09

nach knapp 1 ½ Wochen hab ich jetzt schon einen guten Einblick in die Arbeit. Geregelte Arbeitszeiten, gut organisierte Arbeitsabläufe, in die mensch sich schnell einfinden kann, klare Aufgabenabgrenzungen und supernette Kollegen – hätt nicht gedacht, dass ich jemals in den Genuss dieser Arbeitsbedingungen kommen würde …

so fühl ich mich nach den ersten Tagen hier denn auch erholt – trotz 8-Stunden-Arbeitstag! Ich genieß es, auch mal Zeit für die Sachen zu haben, zu denen ich die letzten Monate nicht gekommen bin: durchatmen, sein können, die Gedanken in meinem Kopf sortieren – meinen Kopf und meine Festplatte entmüllen, lesen, Briefe schreiben …

mein erstes Weihnachten hier auf’er Insel hab ich mit Arbeiten und langen Strandspaziergängen verbracht – und war auch in ´nem Gottesdienst, was ich mir hätte sparen können, denn der war echt schlecht und das allgegenwärtige Leisten-Müssen, das sich in Weihnachtsgottesdiensten deutlich im Spenden-Müssen ausdrückt, war wie leider üblich anzutreffen – ich bin nicht prinzipiell gegen Spenden, nur nervt es mich, wenn Leute sich damit ein gutes oder zumindest besseres Gewissen erkaufen, ohne selbst wirklich den Menschen, denen sie Geld zukommen lassen (ich geh mal gutgläubig davon aus, dass das Geld auch tatsächlich dort ankommt), begegnen zu müssen, sozusagen nicht mal aus ihrem bequem eingerichteten Leben rausmüssen und sie sich so auch keine Fragen stellen müssen. Na wenigstens hat sich die Gemeinde sinnvolle Projekte ausgesucht, wo das Geld hingeht – aber das Grundproblem bleibt und ich weiß auch selbst nichtmal, wie es praktisch gehen kann, dass Gemeinden Orte werden, wo wir als Geschwister gemeinsam unterwegs sind – gemeinsam, d.h. über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg und somit jegliche gesellschaftliche Ausgrenzung aufheben – egal ob Status, Geschlecht, Rasse oder was sonst auch immer noch Leute ausgrenzt. Das ist mein Weihnachtswunsch …

kurz und knapp11 Dez 2009 06:07 pm

nach mehr als 7 Jahren steht jetzt der Umzug an … ganz vom Osten der Republik in den Nordwesten … 750 km … ein neues Stück meines Lebensweges

aber noch bleiben mir ein paar Tage in Görlitz …

Selbstexperimente17 Okt 2009 01:24 pm

gestern war Welternährungstag.

und die Fakten sind unbegreiflich:

jeder sechste Mensch auf der Erde leidet an chronischer Unterernährung (insgesamt über 1 Milliarde Menschen) und in Europa und Nordamerika leben die Menschen in so einem Überfluss, dass Fettleibigkeit zur Volkskrankheit geworden ist. Ständig preist die Werbung neue Nasch-, Snack- und FastFood-Kreationen an.

Essen ist zur Qual geworden - Kompensationsverhalten und Essstörungen so normal, dass es schwer ist, vor allem junge Menschen zu finden, die ein gesundes Essverhalten aufweisen.

in Afrika, Asien und Südamerika hungern Menschen (darunter viele Kinder) und im reichen Norden leben wir in so einem Überfluss, dass täglich Tonnen an Lebensmitteln auf dem Müll landen. und Menschen, die Lebensmittelreste nutzen statt sie wegzuwerfen, werden von Gerichten verurteilt. und abgemagert wird als schön zelebriert - auf Laufstegen und in Magazinen etc.

dass hier was falsch läuft, ist offensichtlich!

doch die Frage bleibt - was kann ich als Einzelne da tun? wie fange ich bei mir an?

was gebe ich Woche für Woche für ungesundes Essen aus (Junkfood, Süßes etc.)? Wie gehe ich überhaupt mit Essen um (Getränke eingeschlossen)?

deswegen ein Selbstexperiment:

  1. wieviel spare ich in einer Woche, wenn ich statt ungesunde Lebensmittel zu kaufen, das Geld in ein Sparschwein packe und wo kann mit dem Geld am meisten geholfen werden?
  2. und was hat es für Auswirkungen, wenn Lebensmittel wegwerfen, keine Option in meinem Alltag mehr ist
  3. wie verändert es mein Leben, wenn ich bei einer Mahlzeit am Tag an die Geschwister denke, die nicht genug auf dem Teller haben

zugegeben, das sind nur 3 kleine Schritte - aber man kann nur losgehen, wenn man mit einem Schritt beginnt

ok, jetzt wird es ernst:

Experiment gestartet: heute, 17.10.2009

nachgedacht06 Mai 2009 09:10 pm

ich bin mir der (teilweise unzulässigen) Verallgemeinerung der folgenden Gedanken durchaus bewusst - und trotzdem erscheint es mir sinnvoll, sie einfach mal vorzubringen:

kämpfen Frauen mehr?

oder führen so viele kleine und doch einschneidende negative Erfahrungen dazu, dass Frauen meinen, sich alles erkämpfen zu müssen … nix annehmen zu können, weil vielleicht der Eindruck entsteht, frau sei schwach … um alles kämpfen zu müssen und mehr oder weniger oft total erschöpft in Tränen ausgebrochen zu erkennen, dass frau eigentlich nach außen nur einen Schein wahrt … die scheinbare Stärke macht einsam … sie erweckt den Eindruck der Realität, der Normalität, so dass niemand mehr zu erkennen scheint, dass frau eigentlich Hilfe braucht … aber schon vor langer Zeit aufgehört hat, danach zu fragen … zum “supergirl” geworden ist

Frauen, die es endlich geschafft haben, sich bei Männern, in Gruppen (oder wo sonst auch immer in der Gesellschaft) Gehör zu verschaffen, verteidigen wie Furien ihre Position und es wird schwer, eine Kommunikationsform zu finden, in der die endlich wahrgenommenen Frauen nicht immer hinter allem einen Angriff auf sich selbst und ihr schwer Erkämpftes vermuten

Freude und Leichtigkeit geht verloren …

Angst macht sich breit … Angst, wieder übersehen zu werden … Angst, das zu verlieren, was frau sich erkämpft hat … Angst, Schwäche zu zeigen, weil dann das Klischee bestätigt wird, frau tauge zu nichts … Angst, immer wieder mit ach so bekannten Bibelstellen ausgebremst zu werden, wieder daran erinnert zu werden, dass frau sich behaupten muss, kämpfen muss - und dabei die Angst, sein eigenes Bibelverständis sei fehlerhaft und Gott wird das irgendwann strafen … verzerrte Gottesbilder … immernoch … zumindest im Herzen … so viel Verletzung … all die erlebte Ablehnung für nicht lieb und brav und nett sein - eben wie ein Mädchen, eine Frau sein

gibt es einen Weg, Gehör zu finden ohne es sich erkämpfen zu müssen und dann gegen alle ins Feld zu ziehen und jede und jeden als Feind zu sehen?

gibt es einen Weg, nicht immer die Stimme in sich drin zu spüren, doch eigentlich lieber brav und liebevoll zu warten, bis frau den Raum für ihre Gedanken, Einsichten und Erkenntnisse bekommt - auch wenn der vielleicht nie kommt - oder viel zu spät und nicht ernst genommen wird?

warum fällt es schwer, anderen strukturelle Mißstände verständlich zu machen? strukturell wie ungleiche Löhne? oder in Diskussionen (gerade in christlichen Kreisen) die “Bösen” zu sein, wenn es ums Thema Abtreibung geht - entweder sind die Frauen zu egoistisch, weil sie ihr Leben selbst gestalten möchten oder die Straftäterinnen, die ihre noch nicht oder gerade geborenen Kinder umbringen? und warum sind es so oft Männer, die verurteilen?

selbst wenn all die aufgeschriebenen Sachen nicht für alle zutreffen - wo sind die Ausnahmen? wo sind die Orte, wo frau nicht als Emanze gilt, wenn sie Gleichwertigkeit fordert (und sei es von typisch weiblichen Berufen oder Aufgabenfeldern, die oft als minderwertig angesehen werden)? wo ist die Freiheit, schwach sein zu dürfen und trotzdem Gehör zu finden und ernst genommen zu werden? einfach gesehen zu werden und nicht erst zu schreien, dass frau auch mit berücksichtigt und gefördert wird? wo ist das sich gegenseitig groß machen anstatt immer zu fordern, dass sich Frauen unterordnen sollen? und wo ist die Hilfe und Unterstützung, die antrainierten Muster endlich loszuwerden?

es braucht diese positiven Erlebnisse, um Festungen kaputt zu machen, Mauern, die um Herzen errichtet wurden, kaputtzusprengen…

und es braucht Heilung … die Schreie der verletzten Herzen und Seelen machen taub …

nachgedacht30 Mrz 2009 03:56 pm

warum gibt es überhaupt Gesetze?

um sicherzustellen, dass Leute wissen, was gut und schlecht ist?
dass Schwächere geschützt werden?
dass bestimmte Regeln im Zusammenleben von Menschen eingehalten werden und so Chaos verhindert wird?
dass Konflikte nach bestimmten Kriterien gelöst werden (z.B. ohne körperliche Gewalt) und klar ist, wer im Recht ist - wer sich also wie verhalten darf oder muss?

lässt sich das durch Gesetze erreichen?
lässt sich das nur durch Gesetze erreichen?

das menschliche Leben - und damit auch das menschlische Zusammenleben - ist komplex
es gibt Unmengen von möglichen Situationen, wo Gesetze demzufolge verwendbar sein müssten
wenn überhaupt realisierbar, wäre allein ein einzelnes Gesetz damit so umfangreich, dass die Anwendung unpraktikabel wird

Gesetze sollen ein bestimmtes Verhalten bzw. Handeln hevorrufen oder ein anderes verhindern, wenn das irgendjemandem schadet
die Folge von Gesetzesübertretungen sind Strafen - also Verhaltensänderungen durch Angst vor der Strafe
was steht dahinter: Menschen dazu zwingen müssen, ihnen Angst vor Konsequenzen machen, damit sie sich für das “Gute” entscheiden … die Annahme, Menschen können das Gute nicht selbst wollen; können und wollen nicht erkennen, was gut und richtig ist … Menschen demzufolge unmündig halten, ihnen Angst machen … die Annahme, dass es nix anderes gibt, Menschen zu motivieren bzw. zu ermächtigen, Gutes zu tun

welche Alternativen existieren?
welche Alternativen gibt uns Jesus?

Römer 8,15
Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!

Galater 5,22
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, …

Römer 5,5
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

aus freier Entscheidung das wählen, was dem anderen dient - aus Liebe, die wir nicht selbst produzieren müssen, weil Gott sie in uns wirkt

Zitate and nachgedacht30 Jan 2009 01:31 am

bei Jubiläen neigen Leute dazu, sich Zeit zu nehmen zum Zurückschauen, Zeitspannen zu überblicken, Entwicklungen auszumachen, Prozesse zu erfassen
am 19.Januar war für einige so ein Tag - vor 90 Jahren wurde Frauen das Recht zugestanden, wählen zu gehen
(was mensch von diesem Recht, dieser Option und den daraus resultierenden realen Einflussmöglichkeiten hält, sei jetzt mal dahin gestellt)
viele haben sich zum Thema Gleichberechtigung/Gleichbehandlung geäußert, und doch ist die Realität oft weit davon entfernt - einiges hat sich getan, das Ziel noch nicht erreicht
Rollenverteilung und geschlechtertypische Verhaltensmuster und Charakteristika, Chancegleichheit im Beruf, Unterschiede bei Gehalt und Lohn, Mehrfachbelastung - Schlagwörter, Begriffe, Fragen, noch offene Fragen, fehlende Begründungen,
Unverständnis, Wut, Unsicherheit, Kritik,
oberflächlicher Fortschritt - vielleicht doch nur theoretisch

“mir begegnen Männer doch heute mit einer grundsätzlichen Offenheit, mit Toleranz. Wenn ich mich also frage, warum habe ich es nicht geschafft, mit ihnen gleichzuziehen, dann gerate ich als junge Frau in die Gefahr, nur individuelle Defizite verantwortlich zu machen, anstatt gesellschaftliche Ursachen zu benennen” (Jana Hensel, Autorin)

Verinnerlichtes,
Sozialisation,
Unzulänglichkeitsgedanken und -gefühle,
ich bin schuld - bin ich schuld?

Lösungen?
Handlungsmöglichkeiten?
Handlungsansätze?

“Heute wird klar, dass das gleichberechtigte Mitmachen der Frauen im Grunde für die Männer ein genauso tiefer Einschnitt ist wie für die Frauen. Gleichberechtigung kann nur funktionieren, wenn die Frau nicht der Supermensch werden muss und alle anderen dürfen so weiterleben, wie sie bisher gelebt haben” (Angela Merkel, Bundeskanzlerin)

Lösungen?
Handlungsmöglichkeiten?
Handlungsansätze?

Quote
“man diskreditiert diese Mechanismen als überholt, aber ich habe den Eindruck, dass dahinter schlicht Diskriminierung steckt: das Argumentist ja, dass die Quote unqualifizierte Frauen fördere. Das ist für mich nichts anderes als der latente Vorbehalt, Frauen seien grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen für Jobs geeignet, für die bisher Männer verantwortlich waren” (Jana Hensel, Autorin)

miteinander statt Positionssicherung
miteinander statt Positionserweiterung
miteinander statt Rache

und doch berechtigte Kritik
und doch nötiges Umdenken
und doch berechtigte Unzufriedenheit, berechtigte Unzufriedenheit, berechtigter Schmerz
und doch nötiges Aufbrechen üblicher Geschlechtermuster
und doch verändertes Miteinander

Heilung. Vergebung.
Selbstwert.
Freiheit. ohne unrealistische Erwartungen
miteinander - sich gegenüber

nachgedacht05 Dez 2008 08:09 pm

Zeit zum Trauern
Zeit zum Erinnern ::: an Lachen, Träumen, gemeinsame Tränen
Zeit Altes loszulassen ::: die Hände wieder frei bekommen für Neues
Leben ist Veränderung
Zeit fürs Weitergehen
Zeit den Blick zu heben ::: nach vorn schaun ::: sich freun auf das Kommende
Abschied und Neuanfang
Fragend vorangehen

nur mal so30 Nov 2008 08:53 pm

häufig kommentiert irgendjemand eine gestellte Frage mit einem Ausbruch des Angenervtseins oder der Ungeduld

aber wo kämen wir denn hin, wenn alle so täten, dass sie so täten, als täten sie so, sie seien angenervt, aber eigentlich sind sie froh, dass irgendjemand mal die Frage stellt, die sie sich nicht getraut haben zu fragen

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