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nachgedacht


alltag and nachgedacht06 Jan 2010 12:03 am

28.12.09

die Sonne kitzelt im Gesicht … ich sitz gemütlich auf der Couch und schau auf die mittlerweile schneelose Straße vor meinem Balkon … die Weihnachtsfeiertage sind vorbei … ich hab sie mit arbeiten verbracht … so hatt ich immer noch mehr weihnachtliches Ambiente als allein in meinen eigenen 4 Wänden …

das neue Jahr steht vor der Tür … Anlass zurück zu schauen und nach vorn zu träumen und zu planen … Wünsche, Hoffnungen … Befürchtungen, Ängste … all das gehört zum Leben … und die Gewissheit, dass Jesus immer da ist … reich gesegnet … bedingungslos geliebt … schon so zur Gewohnheit geworden, oft kaum noch präsent … oder noch nicht im Herz angekommen

schon fast 2 Wochen hier … so viel vorgenommen … fast nix geschafft … und trotzdem zufrieden … Zufriedenheit – so abhängig vom Blickwinkel … in den letzten Tagen sind mir einige Menschen begegnet, die genug von dem haben, was ein Mensch braucht, und trotzdem so unzufrieden, mürrisch, ja fast schon verbittert sind, dass ich mich frage, ob sie sich bewusst sind, wie reich sie gesegnet sind … das macht mich traurig, macht aber auch deutlich, wie wenig Zufriedenheit vom Geld abhängt … der Blickwinkel … auf was seh ich? … was lässt mich unzufrieden werden? … lass ich mir Unzufriedenheit einreden? …

ich warte immer noch auf Internet Zuhause … wird wohl noch etwas dauern … das nervt mich … aber auf der anderen Seite hab ich so noch Schonzeit …

morgen hab ich frei. Das passt gut, denn mein Bruder kommt zu Besuch und so kann ich ihn am Hafen abholen … das ist besser als jede Wegbeschreibung … überhaupt find ich es schön, wenn man am Hafen Leute erwartet

aber irgendwie fühl ich mich nicht wirklich wie auf einer Insel … die Fährverbindung ist so gut, der Übergang zur und von der Fähre so gut, dass ich es innerlich oft gar nicht mitbekomme

Gott ist gut …

Auf’er Insel gibt es keinen Bioladen, Reformhaus etc. Paar einzelne Sachen gibt’s im Supermarkt (was mensch auch immer davon halten will). Doch über mangelnde Versorgung kann ich mich nicht beklagen: gestern hab ich von nem Gast eine Tafel leckerer Bioschoki (noch dazu einer meiner Lieblingssorten) geschenkt bekommen

Bei so vielen wohlhabenden Leuten, die auf ihre Gesundheit achten, wundert es mich echt, dass hier die Bio-Sachen noch nicht Fuß fassen konnten

01.01.10

Jahreswechsel … alleine an nem neuen Ort und trotzdem hatt ich nen netten Abend … gute Laune schien die Straßen zu füllen – das steckt irgendwie an … eiskalter Ostwind, der jeden Gesichtsmuskel steif werden lässt … so dass jedes Wort enorme Anstrengungen erfordert … das neue Jahr auf einem der höchsten Häuser Norderneys begrüßt (das Hotel in dem ich arbeite) – die ganze Insel mit ihren Variationen an Feuerwerken im Blick und am Horizont die Lichtblitze und Leuchtspuren von Feuerwerksraketen der Nachbarinseln und vom Festland – dazwischen die tiefschwarze und endlich mal nicht ruhige Nordsee … Wellen sind toll … bisher hab ich davon hier noch wenige gesehen

Draußen lässt das Krachen und Zischen der Böller, Raketen und übrigen Sylvesterknaller langsam nach … es ist fast eins … ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir … und als wär es Tage her: heut morgen ist mein Bruder nach einem 3-Tages-Besuch wieder zurück aufs Festland … Vorsätze, Vorhaben, Pläne fürs neue Jahr … darüber mach ich mir morgen (also nach dem Aufstehen) oder auch erst in den nächsten Tagen (oder vielleicht auch erst Wochen) Gedanken … dafür bin ich jetzt zu müde

05.01.10

2 freie Tage liegen hinter mir, die ich nur mit Schlafen, Fernsehen und Nichtstun verbracht hab. An sich nicht verwerflich, aber wenn ich nix zu tun hab, komm ich schnell ins Grübeln und Kopfkino lässt grüßen …

Ich vermiss es, mal eben ins Internet zu können. In der Vergangenheit lief fast meine ganze Kommunikation so ziemlich ausschließlich über Internet. So ist es denn jetzt auch nicht verwunderlich, dass ich seit ich hier bin, nur einen einzigen Anruf hatte … ich hab also keine Ahnung, wie es den Leuten „da draußen“ geht

Mich wundert echt, dass Leute hierherkommen, weil das Klima hier angeblich gut für die Haut sein soll – meine ist nach 2 Wochen hiersein total spröde uns rissig, so schlimm wie lange schon nicht mehr. Da hätt ich gern mal ne Erklärung für!

nachgedacht06 Mai 2009 09:10 pm

ich bin mir der (teilweise unzulässigen) Verallgemeinerung der folgenden Gedanken durchaus bewusst - und trotzdem erscheint es mir sinnvoll, sie einfach mal vorzubringen:

kämpfen Frauen mehr?

oder führen so viele kleine und doch einschneidende negative Erfahrungen dazu, dass Frauen meinen, sich alles erkämpfen zu müssen … nix annehmen zu können, weil vielleicht der Eindruck entsteht, frau sei schwach … um alles kämpfen zu müssen und mehr oder weniger oft total erschöpft in Tränen ausgebrochen zu erkennen, dass frau eigentlich nach außen nur einen Schein wahrt … die scheinbare Stärke macht einsam … sie erweckt den Eindruck der Realität, der Normalität, so dass niemand mehr zu erkennen scheint, dass frau eigentlich Hilfe braucht … aber schon vor langer Zeit aufgehört hat, danach zu fragen … zum “supergirl” geworden ist

Frauen, die es endlich geschafft haben, sich bei Männern, in Gruppen (oder wo sonst auch immer in der Gesellschaft) Gehör zu verschaffen, verteidigen wie Furien ihre Position und es wird schwer, eine Kommunikationsform zu finden, in der die endlich wahrgenommenen Frauen nicht immer hinter allem einen Angriff auf sich selbst und ihr schwer Erkämpftes vermuten

Freude und Leichtigkeit geht verloren …

Angst macht sich breit … Angst, wieder übersehen zu werden … Angst, das zu verlieren, was frau sich erkämpft hat … Angst, Schwäche zu zeigen, weil dann das Klischee bestätigt wird, frau tauge zu nichts … Angst, immer wieder mit ach so bekannten Bibelstellen ausgebremst zu werden, wieder daran erinnert zu werden, dass frau sich behaupten muss, kämpfen muss - und dabei die Angst, sein eigenes Bibelverständis sei fehlerhaft und Gott wird das irgendwann strafen … verzerrte Gottesbilder … immernoch … zumindest im Herzen … so viel Verletzung … all die erlebte Ablehnung für nicht lieb und brav und nett sein - eben wie ein Mädchen, eine Frau sein

gibt es einen Weg, Gehör zu finden ohne es sich erkämpfen zu müssen und dann gegen alle ins Feld zu ziehen und jede und jeden als Feind zu sehen?

gibt es einen Weg, nicht immer die Stimme in sich drin zu spüren, doch eigentlich lieber brav und liebevoll zu warten, bis frau den Raum für ihre Gedanken, Einsichten und Erkenntnisse bekommt - auch wenn der vielleicht nie kommt - oder viel zu spät und nicht ernst genommen wird?

warum fällt es schwer, anderen strukturelle Mißstände verständlich zu machen? strukturell wie ungleiche Löhne? oder in Diskussionen (gerade in christlichen Kreisen) die “Bösen” zu sein, wenn es ums Thema Abtreibung geht - entweder sind die Frauen zu egoistisch, weil sie ihr Leben selbst gestalten möchten oder die Straftäterinnen, die ihre noch nicht oder gerade geborenen Kinder umbringen? und warum sind es so oft Männer, die verurteilen?

selbst wenn all die aufgeschriebenen Sachen nicht für alle zutreffen - wo sind die Ausnahmen? wo sind die Orte, wo frau nicht als Emanze gilt, wenn sie Gleichwertigkeit fordert (und sei es von typisch weiblichen Berufen oder Aufgabenfeldern, die oft als minderwertig angesehen werden)? wo ist die Freiheit, schwach sein zu dürfen und trotzdem Gehör zu finden und ernst genommen zu werden? einfach gesehen zu werden und nicht erst zu schreien, dass frau auch mit berücksichtigt und gefördert wird? wo ist das sich gegenseitig groß machen anstatt immer zu fordern, dass sich Frauen unterordnen sollen? und wo ist die Hilfe und Unterstützung, die antrainierten Muster endlich loszuwerden?

es braucht diese positiven Erlebnisse, um Festungen kaputt zu machen, Mauern, die um Herzen errichtet wurden, kaputtzusprengen…

und es braucht Heilung … die Schreie der verletzten Herzen und Seelen machen taub …

nachgedacht30 Mrz 2009 03:56 pm

warum gibt es überhaupt Gesetze?

um sicherzustellen, dass Leute wissen, was gut und schlecht ist?
dass Schwächere geschützt werden?
dass bestimmte Regeln im Zusammenleben von Menschen eingehalten werden und so Chaos verhindert wird?
dass Konflikte nach bestimmten Kriterien gelöst werden (z.B. ohne körperliche Gewalt) und klar ist, wer im Recht ist - wer sich also wie verhalten darf oder muss?

lässt sich das durch Gesetze erreichen?
lässt sich das nur durch Gesetze erreichen?

das menschliche Leben - und damit auch das menschlische Zusammenleben - ist komplex
es gibt Unmengen von möglichen Situationen, wo Gesetze demzufolge verwendbar sein müssten
wenn überhaupt realisierbar, wäre allein ein einzelnes Gesetz damit so umfangreich, dass die Anwendung unpraktikabel wird

Gesetze sollen ein bestimmtes Verhalten bzw. Handeln hevorrufen oder ein anderes verhindern, wenn das irgendjemandem schadet
die Folge von Gesetzesübertretungen sind Strafen - also Verhaltensänderungen durch Angst vor der Strafe
was steht dahinter: Menschen dazu zwingen müssen, ihnen Angst vor Konsequenzen machen, damit sie sich für das “Gute” entscheiden … die Annahme, Menschen können das Gute nicht selbst wollen; können und wollen nicht erkennen, was gut und richtig ist … Menschen demzufolge unmündig halten, ihnen Angst machen … die Annahme, dass es nix anderes gibt, Menschen zu motivieren bzw. zu ermächtigen, Gutes zu tun

welche Alternativen existieren?
welche Alternativen gibt uns Jesus?

Römer 8,15
Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!

Galater 5,22
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, …

Römer 5,5
denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

aus freier Entscheidung das wählen, was dem anderen dient - aus Liebe, die wir nicht selbst produzieren müssen, weil Gott sie in uns wirkt

Zitate and nachgedacht30 Jan 2009 01:31 am

bei Jubiläen neigen Leute dazu, sich Zeit zu nehmen zum Zurückschauen, Zeitspannen zu überblicken, Entwicklungen auszumachen, Prozesse zu erfassen
am 19.Januar war für einige so ein Tag - vor 90 Jahren wurde Frauen das Recht zugestanden, wählen zu gehen
(was mensch von diesem Recht, dieser Option und den daraus resultierenden realen Einflussmöglichkeiten hält, sei jetzt mal dahin gestellt)
viele haben sich zum Thema Gleichberechtigung/Gleichbehandlung geäußert, und doch ist die Realität oft weit davon entfernt - einiges hat sich getan, das Ziel noch nicht erreicht
Rollenverteilung und geschlechtertypische Verhaltensmuster und Charakteristika, Chancegleichheit im Beruf, Unterschiede bei Gehalt und Lohn, Mehrfachbelastung - Schlagwörter, Begriffe, Fragen, noch offene Fragen, fehlende Begründungen,
Unverständnis, Wut, Unsicherheit, Kritik,
oberflächlicher Fortschritt - vielleicht doch nur theoretisch

“mir begegnen Männer doch heute mit einer grundsätzlichen Offenheit, mit Toleranz. Wenn ich mich also frage, warum habe ich es nicht geschafft, mit ihnen gleichzuziehen, dann gerate ich als junge Frau in die Gefahr, nur individuelle Defizite verantwortlich zu machen, anstatt gesellschaftliche Ursachen zu benennen” (Jana Hensel, Autorin)

Verinnerlichtes,
Sozialisation,
Unzulänglichkeitsgedanken und -gefühle,
ich bin schuld - bin ich schuld?

Lösungen?
Handlungsmöglichkeiten?
Handlungsansätze?

“Heute wird klar, dass das gleichberechtigte Mitmachen der Frauen im Grunde für die Männer ein genauso tiefer Einschnitt ist wie für die Frauen. Gleichberechtigung kann nur funktionieren, wenn die Frau nicht der Supermensch werden muss und alle anderen dürfen so weiterleben, wie sie bisher gelebt haben” (Angela Merkel, Bundeskanzlerin)

Lösungen?
Handlungsmöglichkeiten?
Handlungsansätze?

Quote
“man diskreditiert diese Mechanismen als überholt, aber ich habe den Eindruck, dass dahinter schlicht Diskriminierung steckt: das Argumentist ja, dass die Quote unqualifizierte Frauen fördere. Das ist für mich nichts anderes als der latente Vorbehalt, Frauen seien grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen für Jobs geeignet, für die bisher Männer verantwortlich waren” (Jana Hensel, Autorin)

miteinander statt Positionssicherung
miteinander statt Positionserweiterung
miteinander statt Rache

und doch berechtigte Kritik
und doch nötiges Umdenken
und doch berechtigte Unzufriedenheit, berechtigte Unzufriedenheit, berechtigter Schmerz
und doch nötiges Aufbrechen üblicher Geschlechtermuster
und doch verändertes Miteinander

Heilung. Vergebung.
Selbstwert.
Freiheit. ohne unrealistische Erwartungen
miteinander - sich gegenüber

nachgedacht05 Dez 2008 08:09 pm

Zeit zum Trauern
Zeit zum Erinnern ::: an Lachen, Träumen, gemeinsame Tränen
Zeit Altes loszulassen ::: die Hände wieder frei bekommen für Neues
Leben ist Veränderung
Zeit fürs Weitergehen
Zeit den Blick zu heben ::: nach vorn schaun ::: sich freun auf das Kommende
Abschied und Neuanfang
Fragend vorangehen

Gottes Maßstäbe and kurz und knapp and nachgedacht21 Okt 2008 09:04 am

so klar wie das scheint, die Konsequenzen scheinen oft unklar zu sein …
um Licht zu sein, müssen wir in die Dunkelheit …
keine leichte Aufgabe, aber unsere Berufung, um Licht zu sein (Matt 5,14) …
und wenn wir mit Jesus unterwegs sind, dann passiert das einfach, weil Gottes Gegenwart verändert
Gottes Werte und Maßstäbe stehen denen um uns herum entgegen und doch prägen und verändern wir unsere Umwelt, wenn wir sie leben …
so sind wir das Licht, als das wir in die Dunkelheit gestellt sind

nachgedacht16 Apr 2008 10:11 am

entschlafen ::: wacht die Umwelt auf? :::

zu spät ::: ändert sich was? was? wie? :::

Zuhause angekommen ::: der Trost :::

zu spät ::: Selbstvorwürfe bleiben :::

am Kreuz krepiert ::: was ändert das? :::

zu spät … und doch ne neue Chance

Psalm 90,12

“Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden “