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Gedankensprünge » 2010 » Januar

Januar 2010


alltag15 Jan 2010 11:22 pm

14.01.10: Haushaltskram

4 Wochen in meinen neuen 4 Wänden: heut an meinem freien Tag hatt ich mir putzen und waschen vorgenommen. An sich keine Schwierigkeit … und doch herausfordernd:

die Waschmaschine im Keller funktioniert nur mit 50-Cent-Münzen, was ich feststellte, als ich mir von ner anderen Hausbewohnerin die Tricks und Tücken im Umgang mit diesem technischen Gerät erklären lies. Da ich nicht genügend Münzen des erforderlichen Werts in meinem Rucksack, Portemonnaie und Jackentaschen auftreiben konnte (und dabei waren nur insgesamt 2 erforderlich), zog ich gezwungenermaßen noch mal durch die Straßen Norderneys, um nach 18 Uhr noch ein geöffnetes Geschäft zu finden, um mir dort besagte Münzen zu organisieren – immer in der Hoffnung, dass in der Zwischenzeit niemand sonst die Waschmaschine in Beschlag nehmen würde. Der Zeitungskiosk war meine Rettung – wahrscheinlich die einzige Adresse, die im Umkreis von einem Kilometer überhaupt als Anlaufstelle in Betracht kam. Wechseln erwies sich als unmöglich, so erwarb ich denn mal schnell noch eine Postkarte und nun überleg ich, wessen Briefkasten ich damit vorm Verhungern bewahren kann. Der zweite Teil meiner Waschsession bestand in der Austüftelung der Konstruktion, die Wäscheleine in meinem Bad so zu spannen, dass genügend Platz für das Aufhängen der Wäsche zur Verfügung steht und trotzdem mein Bad noch benutzbar bleibt. Bin stolz auf meinen Erfolg *g*

11.01.10: draußen und drinnen

draußen fegt der eiskalte Ostwind über den Strand. Vorgestern hab ich schon nach 100m aufgegeben – auch wenn ein verschneiter Strand und Schneewehen auf der Strandpromenade hier Seltenheitswert haben. 4 Wochen bin ich jetzt schon fast hier und so langsam kommt Alltag auf. Wenn ich den ganzen Tag mit Menschen zu tun habe, genieß ich die Einsamkeit der Nachtspaziergänge am Meer im Winter.

Gebetsspaziergänge. Weiter Blick übers Meer. Die Unendlichkeit des Horizonts. Die Unendlichkeit Gottes.

Nirgends sonst erscheint mir Gottes Wesen greifbarer als in der Natur – greifbar in endlicher Begrenztheit.

Jetzt sitz ich Zuhause. Drinnen. Mein Laptop spielt karibische Musik. Gute Laune macht sich breit. Ich hab heut frei. Meine Gedanken schweifen durch den Tag, der sich dem Ende neigt. Und ein Schmunzeln macht sich auf meinem Gesicht breit. Mal wieder von Gottes Humor überrascht. Und wie er versorgt. Und von seinem Timing. Ich die Tage noch darüber nachgedacht, was ich unbedingt noch brauch: ein Pürierstab und ´nen Mixer, damit ich ordentlich kochen kann. Wichtig Bemerkung: hier auf’er Insel gibt es die meisten Sachen nur nobel überteuert oder sie sind nicht zu bekommen. Aber was entdeck ich heut beim Essen einkaufen: genau das in ’nem Kombigerät im Angebot – also ganz praktisch für wenig Platz. Freu ich mich drüber. Ja genau, so was macht gute Laune. Und: Gott ist gut.

alltag and nachgedacht06 Jan 2010 12:03 am

28.12.09

die Sonne kitzelt im Gesicht … ich sitz gemütlich auf der Couch und schau auf die mittlerweile schneelose Straße vor meinem Balkon … die Weihnachtsfeiertage sind vorbei … ich hab sie mit arbeiten verbracht … so hatt ich immer noch mehr weihnachtliches Ambiente als allein in meinen eigenen 4 Wänden …

das neue Jahr steht vor der Tür … Anlass zurück zu schauen und nach vorn zu träumen und zu planen … Wünsche, Hoffnungen … Befürchtungen, Ängste … all das gehört zum Leben … und die Gewissheit, dass Jesus immer da ist … reich gesegnet … bedingungslos geliebt … schon so zur Gewohnheit geworden, oft kaum noch präsent … oder noch nicht im Herz angekommen

schon fast 2 Wochen hier … so viel vorgenommen … fast nix geschafft … und trotzdem zufrieden … Zufriedenheit – so abhängig vom Blickwinkel … in den letzten Tagen sind mir einige Menschen begegnet, die genug von dem haben, was ein Mensch braucht, und trotzdem so unzufrieden, mürrisch, ja fast schon verbittert sind, dass ich mich frage, ob sie sich bewusst sind, wie reich sie gesegnet sind … das macht mich traurig, macht aber auch deutlich, wie wenig Zufriedenheit vom Geld abhängt … der Blickwinkel … auf was seh ich? … was lässt mich unzufrieden werden? … lass ich mir Unzufriedenheit einreden? …

ich warte immer noch auf Internet Zuhause … wird wohl noch etwas dauern … das nervt mich … aber auf der anderen Seite hab ich so noch Schonzeit …

morgen hab ich frei. Das passt gut, denn mein Bruder kommt zu Besuch und so kann ich ihn am Hafen abholen … das ist besser als jede Wegbeschreibung … überhaupt find ich es schön, wenn man am Hafen Leute erwartet

aber irgendwie fühl ich mich nicht wirklich wie auf einer Insel … die Fährverbindung ist so gut, der Übergang zur und von der Fähre so gut, dass ich es innerlich oft gar nicht mitbekomme

Gott ist gut …

Auf’er Insel gibt es keinen Bioladen, Reformhaus etc. Paar einzelne Sachen gibt’s im Supermarkt (was mensch auch immer davon halten will). Doch über mangelnde Versorgung kann ich mich nicht beklagen: gestern hab ich von nem Gast eine Tafel leckerer Bioschoki (noch dazu einer meiner Lieblingssorten) geschenkt bekommen

Bei so vielen wohlhabenden Leuten, die auf ihre Gesundheit achten, wundert es mich echt, dass hier die Bio-Sachen noch nicht Fuß fassen konnten

01.01.10

Jahreswechsel … alleine an nem neuen Ort und trotzdem hatt ich nen netten Abend … gute Laune schien die Straßen zu füllen – das steckt irgendwie an … eiskalter Ostwind, der jeden Gesichtsmuskel steif werden lässt … so dass jedes Wort enorme Anstrengungen erfordert … das neue Jahr auf einem der höchsten Häuser Norderneys begrüßt (das Hotel in dem ich arbeite) – die ganze Insel mit ihren Variationen an Feuerwerken im Blick und am Horizont die Lichtblitze und Leuchtspuren von Feuerwerksraketen der Nachbarinseln und vom Festland – dazwischen die tiefschwarze und endlich mal nicht ruhige Nordsee … Wellen sind toll … bisher hab ich davon hier noch wenige gesehen

Draußen lässt das Krachen und Zischen der Böller, Raketen und übrigen Sylvesterknaller langsam nach … es ist fast eins … ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir … und als wär es Tage her: heut morgen ist mein Bruder nach einem 3-Tages-Besuch wieder zurück aufs Festland … Vorsätze, Vorhaben, Pläne fürs neue Jahr … darüber mach ich mir morgen (also nach dem Aufstehen) oder auch erst in den nächsten Tagen (oder vielleicht auch erst Wochen) Gedanken … dafür bin ich jetzt zu müde

05.01.10

2 freie Tage liegen hinter mir, die ich nur mit Schlafen, Fernsehen und Nichtstun verbracht hab. An sich nicht verwerflich, aber wenn ich nix zu tun hab, komm ich schnell ins Grübeln und Kopfkino lässt grüßen …

Ich vermiss es, mal eben ins Internet zu können. In der Vergangenheit lief fast meine ganze Kommunikation so ziemlich ausschließlich über Internet. So ist es denn jetzt auch nicht verwunderlich, dass ich seit ich hier bin, nur einen einzigen Anruf hatte … ich hab also keine Ahnung, wie es den Leuten „da draußen“ geht

Mich wundert echt, dass Leute hierherkommen, weil das Klima hier angeblich gut für die Haut sein soll – meine ist nach 2 Wochen hiersein total spröde uns rissig, so schlimm wie lange schon nicht mehr. Da hätt ich gern mal ne Erklärung für!